Showtime – Berlin Oktober 2018

… Und dann könnte ich mich ewig verlieren. In diesen Gassen und Höfen und Straßen, die Synagoge besuchen, das alte Postamt ansehen oder auch den Bunker ums Eck, aber das geht heute nicht mehr. Ich hab noch Karten für die Vivid Grand Show im Friedrichstadt Palast. Am Donnerstag erst war Weltpremiere, ein Millionen Budget, der Hutmacher der Queen unter anderem für die Ausstattung zuständig. Mega soll’s sein!

Zur Weltpremiere bin ich zufällig vorbei gestolpert. Bemerkt wegen der Blitzlichter, dem leuchtenden Palast und den Schaulustigen auf die Stars und Sternchen. Stars und Sternchen, von denen ich keinen einzigen kannte. Aber ich bin da auch kein Maßstab. Ich erkenn Fussball-Spieler, aber sicher keine Berliner C-Prominenz, Bacholeretten oder Weiß-der-Geier.

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man sich zu sowas auch bißchen feiner kleiden sollte. Aber ich hatte die Wahl zwischen ner Jeans und meiner Leo-Leggings. Der Rest hängt in meinem Kleiderschrank in München. Ich hab extra noch online den Dresscode abgecheckt und siehe da, auch hier ist Berlin cool. Come as you are, wie du dich wohlfühlst. Passt. Merci!

Und hey, wenn man sieht wie mancher da rumrennt, dann war mein Leo-G´wand allererste Sahne.

Die Show ist eine Liebeserklärung an das Leben. Wann hast du das letzte mal etwas zum ersten Mal gemacht? Was passiert, wenn du dich verlierst? Manchmal muss man sich erst verlieren, um sich wieder zu finden… trifft das nicht auf jeden zu? Alles untermalt mit fantastischen Künstlern, über 100 an der Zahl, traumhaften Tänzerinnen, Artisten wie im Zirkus, toller Musik, Lichtshow, technische Effekte. Es ist ein einziges Feuerwerk. Und auch wenn man meint, da übertreibt sie jetzt aber, nein, mach ich nicht, es ist einzigartig. Tränchen hängen schon in den Augenwinkeln, man möchte am liebsten von der Empore auf die Bühne springen und mittanzen zu dieser grandiosen Mukke. Es ist großartig!

Großartig auch der Opa neben mir, der von seinem Enkel, zusammen mit der Omi eingeladen wurde. Laut Dialekt ausm tiefsten Osten. Während ich mir im Vorfeld noch den Trailer ansah um zu wissen, ob sich die Kohle auch lohnt, hat mich der Enkel gefragt, ob ich wisse um was es geht. „Naja, Omi, Opi, lass ma uns mal überraschen“… Wie es Opi fand ist nicht überliefert, aber nachdem es sehr, sehr, sehr modern, laut, Disco und auch nackt war, lässt sich der glaub ich nie mehr von seinem Enkel einladen. 😂

Wenn dich dieser wunderschöne, so moderne Palast (ists tatsächlich der größte Showpalast der Welt? Was mir hier alles erzählt wird, kann ich irgendwie nicht immer glauben) entlässt, tauchst du ein in ein Meer aus Menschen. Gefühlt enden gerade alle Theater, Opern, Kabaretts… und es gibt hier unzählige. Menschen die durch die Stadt ziehen um Berlin leuchten zu sehen, Nachteulen die wach werden um in den Clubs zu versumpfen (und die Spree zu vermüllen 😬). Die Strasse ist voller Menschen. Das erste mal, dass ich sehe, dass es hier viele Menschen gibt. Ist wohl doch was dran – der Berliner geht spät aus und feiert lang. 

Gute Nacht, Berlin, ich hol mir noch n Dosen-Gin Tonic aus’m Späti und fall in mein Bett. Geht ihr mal feiern!

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