Schliersee und der 1. Mai

Also zugegeben… heute vom Schliersee zu bloggen ist leicht übertrieben. Das einzige was ich heute vom bestimmt zauberhaften Schliersee wiedergeben kann, und ich bin obwohl ich ihn kaum kenne, überzeugt davon, dass er zauberhaft ist, ist, dass ich mit der BOB daran vorbei gefahren bin.

 

Mein Gott, die BOB! 39+ musste ich werden um die Vorzüge dieser Bahn kennenzulernen. Oder überhaupt einer Bahn. Ich bin passionierter Autofahrer. Was ich aber tatsächlich täglich morgens um halb 9 schleichend am Mittleren Ring in Frage stelle… Heute noch viel mehr. Rein in den Zug, Ticket über die MVG App, sitzen, plaudern, dösen und relaxt ohne Verkehr und Parkplatzsuche ankommen. Fantastisch!

 

Wir kommen nicht direkt in Schliersee an, sondern in irgendeinem Kaff das sich Fischhausen oder so ähnlich schimpft und von wo aus man direkt zum legendären (sag ich jetzt einfach mal so) Markus Wasmeier Freilicht-Museum kommt. Das hab ich den Kindern heute mehrfach erzählt, dass das ja ein ganz Legendärer war. Also der Markus Wasmeier. Die kleinen Pimpfe die wir dabei haben, kennen den natürlich nicht, also muss man natürlich von dieser Legende schwärmen… und hey… Wasi war zu seiner Zeit schon ein ganz Großer. Danach kam lange nix. Eigentlich bis heute. Lieber Felix Neureuther, sieh es mir nach.

 

Eigentlich dachte ich, 1. Mai, bisschen wandern, zum Museum, dann Maibaum Aufstellen und was da in Bayern halt dazu gehört. Aber die Wanderung kreuzte nur ne Bundesstrasse und schon waren wir da. Was uns wahrscheinlich auch einiges Gejammer der Kinder ersparte. Das Museum war mir auch direkt sympathisch, denn an der Kasse kannte das Kassensystem ein Elternteil und ein Kind nicht (das andere Kind musste eh noch nicht zahlen. Is´ eh unbezahlbar). Also musste nur ich bezahlen. Das gesparte Geld hätte ich, wenns nach den Kindern ging, auch direkt nach der Kasse im Museumsshop schon in Honiglöffel, Duftsäckchen und Eierbecher investieren sollen. Kam ich aber nochmal drum rum.

 

Und dann waren wir da in diesem kleinen Kinderparadies, irgendwo in Bayern, ein Idyll vom Wasi erschaffen, der in seiner Welt, in seinem Leben, sowas wie Tradition und Werte schaffen wollte. Hat er gut hingekriegt.

 

Man kann nem alten Mann beim… ja wie  nennt man das, Holzschmirgeln?? … zu sehen… also der der die Honiglöffel, Eierbecher und sonst was aus Holz zaubert. Bisschen weiter kann man Wollsäue bestaunen. Ich geb zu, ne Wollsau war mir bis dahin nicht sehr geläufig. Aber ich hab´s auch nicht so mit Tieren. Ganz anders als meine Silke, die bei jeder Sau ausflippen könnte und mehrfach „Wie schön“ ausruft, egal wie die Schweine auch stinken. Und die mich auch direkt korrigiert, als ich hübsche Enten entdecke, die wohl Gänse waren.

 

Wenig später kam dann die Burschenschaft Fischhausen oder Schliersee oder auch die Nachkommen vom Wasi, was weiß ich, mit dem naturbelassenen Maibaum. Ohne groß Tamdam wurde der dann auch, akribisch von Herrn Wasmeier höchstpersönlich angeleitet, an seinen Ort gesetzt. Begutachtet von uns mit der ersten Flasche Hauswein aus der Pole Position.

 

Der Ort ist perfekt mit Kindern. Ausser dass sie ein Weinglas umstossen könnten, was wahrlich doof wäre, kann kaum viel passieren. Und obwohl es nicht mal nen Spielplatz gibt, sind sie den ganzen Tag nicht mehr gesehen.

 

Es gibt nicht nur leckeres Essen, die besten Auszognen der Welt, von Mutti Wasmeier gemacht, sondern auch allerfeinsten Likör, so dass der Tag ohne viel zu tun sehr nett wird. Immerhin muss keiner Autofahren, von daher kann man auch die Likör- oder Schnapsstube ausgiebig ausprobieren. Und hey, Schnaps für 2 € das Stamperl gehört sich auch ausprobiert.

 

Der Maibaum steht also, die Verköstigung war lecker, das Wetter ok, was will man mehr. Einen Tag in Bayern, völlig unaufgeregt, mit wundervollen Freunden, wenig nervenden Kindern und einer reibungslosen Zugfahrt nach Hause.

 

Die eine Kopfweh, die andern geschlafen, ich war wach. Hatte ich auch den Platz bei den Kindern erwischt. Aber egal, der 1. Mai war gut, ohne Arbeit, ohne Hektik, so soll er wohl sein. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, warum man diesen Baum aufstellt.

 

Achja… und morgen früh ess ich Honigbrot, gemacht mit unserm neuen Honiglöffel und die gekochten Eier haben demnächst auch ein hübsches Becherchen. Nach der 4. Flasche Wein und 3 Likörchen hatte ich zwar die Serviettenringe mit den Eierbechern verwechselt, aber anyway… geht genauso!

 

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Silke sagt:

    Wundervoll geschrieben, liebe Katja! Und ich würde mal sagen, auf den Punkt gebracht!

    Gefällt 1 Person

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