Magic Marokko – Tag 6 – 12. März 2017 Teil 2

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Teil 2 Marrakech

Kurze Einweisung von Marion, wie man sich hier so zu verhalten hat… nämlich immer vorher fragen, ob man ein Foto machen darf und auch nach dem Preis des Fotos fragen. Umsonst ist hier nix. Treffpunkt für Stunden später ausgemacht.  Das wars auch schon.

Ich hatte mich schon gefragt wie das gehen soll in diesem Gewusel zu acht zusammen zu bleiben und zwar so, dass alle auf ihre Kosten kommen. Der eine sucht Keramik, der andere Klamotten, der nächste Gewürze.

Nix liegt mir ferner als Gewürze. Die Gewürze mit denen ich arbeite heißen Salz, Peffer und Fondor von Maggi (dieser Allrounder der alles würzt). Dennoch führt uns Marion zuerst zum Gewürzmarkt. Wir kriegen hier von nem Rasta-Typen eine Einweisung in gefühlt jedes seiner würzigen Pulvergläser. Der Typ macht die Show ganz gut, aber ich seh dennoch die Zeit schwinden die mir dann für Glitzer-Schlapperl und Co. noch bleibt. Trotzdem wollt ich mich nicht schon jetzt abseilen. Im Umkreis von 10 Metern hab ich mich dann schon mal umgesehen… Schal entdeckt und traumhafte Korbtaschen, diese riesigen mit Schriftzügen a´la Happy und Summer oder sowas drauf… ein vielfaches günstiger als bei uns. Den Palästinenser Schal ums Eck hab ich dann auch als erstes erstanden. Dass der Typ mir den Schal bei meiner Anprobe in einer Tour wieder vom Hals zog um ihn mir auf den Kopf zu binden, hab ich mal geschehen lassen. Er würde das Ding offensichtlich nie um den Hals tragen, ich nie auf dem Kopf. Muss er ja nicht wissen. Sein Startpreis ist so hoch wie ein dänischer Becksöndergaard Schal. Runtergehandelt auf die Hälfte hat er immer noch ein gutes Geschäft mit mir gemacht. Wahrscheinlich lacht er sich schlapp über mich, aber ich musste den Schal einfach haben. Faschingsverkleidung a´la Turbanbindetechnik incl.

Kleine Runde über den Korbmarkt und Romy gleich mal ein Täschchen gekauft, stehen die andern immer noch beim Gewürz-Dandler. Warum ich dann zugeschlagen hab, weiß ich auch nicht. Sprich, ich weiß nicht was ich mit dem Haufen Gewürze machen soll, den ich nun hab. Als ob mein Xaver irgendwas mit Ingwer-Lemon essen würde. Das gemahlene Koriander fand ich noch ganz praktisch. Ich liebe Koriander, es aber immer frisch zu kaufen wäre mir schon wieder viel zu aufwendig. Abgepackt in marokkanisches Pulvergewürz kommts vielleicht neben Salz und Pfeffer doch mal zum Einsatz.

Dann endlich geht’s in den eigentlichen Souk. Meine Augen werden groß, es ist fantastisch. Die Verkäufer sind nicht annähernd so aufdringlich und nervig wie zum Beispiel in Istanbul. Das erste Geschäft in das ich mit Karin steuere, hat Silberwaren und Kerzen. Ich erstehe 3 Kerzen, schön mit Fatimas Hand als Motiv. Die soll ja irgendwie Glück bringen – hoffentlich nicht nur den Arabern. Und ich kauf einen Aschenbecher. Warum einen Aschenbecher kann ich im nachhinein nicht sagen. Eigentlich nenne ich mich Nichtraucher und mein Vorhaben war eine silberne Teekanne zu kaufen. Wie gesagt, ein Rätsel warum es ein Aschenbecher wurde. Eine neue Teekanne hab ich nicht.

Ich weiß noch wie Marion zu mir sagte, sie warten an der Gabelung rechts auf mich. Bis ich dann aus dem Laden kam, was wirklich nicht zulang gedauert haben dürfte (wobei die Kollegen alles Gekaufte so dermassen in Zeitungspapier einwickeln, dass es vielleicht doch gedauert hat)… ich weiß es nicht… ich sah anscheinend die Glitzer Flip Flops, ne ganze Wand voll und bin links abgebogen. Und ab dann hast verloren. Orientierung gleich null. Der Turm, den uns Marion noch als Anhaltspunkt gezeigt hat, da wo Stunden später unser Taxi stehen wird, den sieht man leider nicht wenn man im zeltverdeckten Souk steht. Ich hatte innerhalb 5 Minuten alle verloren. Im ersten Moment fand ich das schon auch doof, im zweiten eigentlich sogar ganz gut. Nun konnte ich allein drauf los stromern. Mit neuen Flip Flops im Gepäck. Kurz drauf mit 3 neuen Strandtüchern und ner Keramikschale. Ich hab mich einfach treiben lassen, mal hier hin, mal da, mal in die Handwerksgasse, in der alles live geschmiedet und geknüpft wird. Nette Araber, vor allem aber auch wirklich lustige Jungs, wollten mir gern den Weg zeigen, fragten ob ich Hilfe brauche. Zugegeben, an einem Café bin ich innerhalb von 4 Minuten 3x vorbei, kein Wunder dass man meinen könnte ich brauche Hilfe. Aber nachdem Marion meinte, dass alles was kostet, hab ich immer brav dankend abgelehnt. Die Zeit ist wie verflogen, musste ich dann doch wieder mal zurück oder zumindest den Rückweg finden. Ich bin also taktisch klug da wieder in den Souk, wo ich auch rausgestolpert bin. Aber diesmal war alles anders. Egal an welchem Stand ich stehen blieb, ich meine… blonde Frau mit vollen Taschen, es hat sich niemand dafür interessiert. Niemand der mir was andrehen wollte und mir nach 3 Strandtüchern noch 17 andere Farben zeigen mag. Alle, wirklich ALLE hingen am Handy. Offensichtlich schauten sie alle ein Fußballspiel. Aber wirklich komplett jeder. Ich konnt nicht anders und hab irgendeinen Typen gefragt wer denn da bitte spielt. Dass Marokko so ne geile Liga hätte, war mir nicht bekannt. Es war Barcelona und ganz Marokko ist nun mal Barcelona Fan. Mindestens die Hälfte. Die andere Hälfte Real Madrid Fan. Also merke, wenn du ungestört am Souk in Marrakech bummeln magst, dann such dir einen Tag aus an dem die Primera Division spielt. Und du hast deine Ruhe!

Ich schaffe es tatsächlich da wieder rauszukommen, wo wir zu acht noch in den Souk hinein sind. Das hat mich dann doch erstaunt. Muss reiner Zufall gewesen sein. Ich hatte wieder Orientierung und noch Zeit und hab mich auf die Suche nach einem passenden Café gemacht. Es gibt am ganzen Platz welche, besonders schön, alle auf zwei Stockwerken und mit offenen Terassen. Es ist ein riesen Krach und null entspannend, aber ich steh so drauf! Ich kanns nicht sagen! Während ich die Karte eines Restaurants studiere, kommt natürlich schon wieder ein netter Kerl und fragt ob er helfen kann. Ich sag ich würde gern was trinken, ob er auch Alkohol hat, da lacht er nur und verneint. Ich Schnapsdrossel werd also kein Weinchen kriegen. Is verboten, stand auch im Reiseführer, versuchen kann mans ja mal. Gut, dann wird’s halt n O-Saft – so schlecht is der hier ja auch nicht. Ich bin wie geflasht, auf dieser Terasse zu sitzen und dieses wilde Treiben im Sonnenuntergang zu beobachten. Da unten wo die Schlangen auf der Strasse liegen, darauf warten aufs Gedudel ihres Herrn zu erwachen. Dir die Affen vors Gesicht gehalten werden oder du mit nem Falken auf dem Kopf ein Foto machen kannst. Das laute Gedudel von marokkanischen Strassenbands. Zumindest nehm ich an, dass das marokkanische Strassenbands sein sollen. Den Rikschas, den Essens- und Saftständen, Artisten und und und…

Und ich hab hier Wlan und kann somit auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben. Marion hatte schon mehrfach versucht mich zu erreichen. Als wir uns an der Strippe haben, ich völlig aufgedreht und mit Marias Wortschatz (Hhhhammer, Geil & Wahnsinn) muss sie nur lachen. Es ist wie ich es mir vorgestellt habe – Ich flippe aus!

Marion also kurz beruhigt, dass ich pünktlich am Treffpunkt sein werde, schmeiss ich mich ins Getümmel…

Das war Teil 2 … aber Marrakech verdient noch mehr!

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