Magic Marokko – Tag 4 – 10. März 2017

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Tag 4 – Mhamid (60 km)

Nachdem ich ja nun eh im Freien aufgewacht bin oder besser gesagt, seit 4 Uhr im Freien lag und den Morgen kommen sah, hab ich beschlossen es Jana und Wolfgang gleich zu machen und auf einer Sanddüne hockend den endgültigen Sonnenaufgang anzuschauen. Soviel Sitzfleisch hatte ich dann allerdings doch wieder nicht. Geduld kann ich auch nicht. Ich war dann durchaus etwas müde und die Sonne hat gefühlt ewig gebraucht um aufzugehen. Zumindest solang bis zu unserer Morgen-Yoga-Stund-hat-Gold-im-Mund. Schon allein um da pünktlich zu sein, konnte ich nicht weiter auf meiner kleinen Düne sitzen. Yoga morgens in der Wüste wars aber auch echt wert. Insbesondere die Stille Medidation danach. Wie ja schon erwähnt, kann ich nicht meditieren oder an nix denken. Unsere „Aufgabe“ war, ohne Ziel allein drauf loszuziehen und uns dann irgendwohin zu setzen. Still zu meditieren und dann einen Wunsch in den Sand schreiben. Das hat solang sogar ganz gut geklappt, bis Maria hinter mir den Berg hinauf gestapft kam und mir ein „is das geil – kannst du mal n Foto machen“ zuraunte. Maria, du bist unvergleichlich!

Ich sass also da und will es nicht unbedingt meditieren nennen, aber es ist schon was ganz besonderes in der Sahara auf einer Sanddüne alleine (also nach Marias Fotostopp) dazusitzen und über so einiges nachzudenken. Gefühle kommen dabei ganz gut hoch. Traurige, wie schöne. Dankbare, wie wütende. So ist das Leben. Man muss es annehmen, egal was es mit dir vorhat. Und grundsätzlich hat es ja keine so schlechten Dinge mit einem vor. Zumindest nicht mit mir. Ansichtssache. Meinen Wunsch natürlich noch in den Sand gekritzelt bin ich zurück ins Camp gestapft. Nicht ohne nicht wieder 5 kg Sand in meinen Sneakers zu haben, so dass mir bis zum Camp der Schuh nicht mehr passte.

Das Frühstück hat, wie schon das Essen am Tag zuvor, jedes Hotel-Frühstück geschlagen. Das im Sand gebackene Brot war das Beste was ich in Marokko bekommen hab. Möglicherweise sogar besser als Brot bei uns hier. Streichkäse gabs auch. Das reicht schon zum Happy sein.

Zurück durch die Sahara in das Nest Mhamid, waren wir dann alle etwas ko. Nicht mehr so gesprächig wie am Tag zuvor. Waren wir beeindruckt? Waren wir nur müde? Ich weiß es nicht, aber es war stiller und das war auch mal gut so. Manchmal ist Stille ja auch ganz nett und so viele Esel, Bäume oder Blumen stehen jetzt in der Wüste auch nicht rum, dass Maria wieder nach nem Fotostopp hätte rufen können. Übrigens Maria, schickst du mir noch den Stick mit deinen 8000 Bildern? 😉

Nach kurzer Kaffee und Pinkelpause (pinkeln müssen, wenn man in einem Jeep über Hügel, Stock und Stein holpert ist nur bedingt entspannt – vielleicht konnt ich auch deswegen nicht reden) geht’s ins nächste Hotel. Unser aller Favorit. Oder zumindest der von vielen. Der Pool lag traumhaft, es gab ne Poolbar. Die Sonne schien und wir entspannten (fast) alle zusammen. Ein wirklich schöner Nachmittag im Kasbah Hotel. Eine Touri-Nummer mussten wir uns dann doch noch gönnen… zumindest die 6 Damen. Wir haben uns ein Dromedar „gemietet“ (also jede eines, nicht alle 6 auf einem) und uns bißchen durch die Dünen schaukeln lassen. Kann man mal machen. War auch ein lustiger Ausflug. Seitdem kenn ich auch den Unterschied zwischen Dromedar und Kamel.

In unserer wieder mal sehr schönen Yoga Stunde, die Marion immer genau unserer täglichen Verfassung angepasst hat, haben wir dann zum 2. Mal in dieser Woche ein Mantra singen sollen. Auch damit hab ichs nicht so. Vor allem nicht, weil man diese kurzen Texte, die eigentlich kein Mensch versteht, weils anscheinend indisch ist, 108x wiederholen muss. 108x ist ziemlich viel. Als wir das das erste mal gemacht hatten, am 2. Tag, hatte ich im Vorfeld das mit den 108x nicht verstanden und mir nach gefühlt 50x gedacht, wie oft mag Marion das eigentlich noch singen (soviel zum Thema runterkommen und meditieren…). Aber dieses mal hatten wir ein Mantra von – jetzt kommts – Nina Hagen geschmettert und was soll ich sagen… es war der Hhhaaaammer! Ich hätte es am liebsten 216x gesungen. Wir habens richtig gerockt, es war fantastisch. Hat mich sehr berührt, die Nina…

Und dann wie immer Essen, Weinchen, Bett. Mehr brauchte ich nie. Aber ich war damit auch nicht die einzige und abgesehen davon, ists jetzt auch nicht so dass kurz vor der Wüste der Bär steppt, also kann man ruhig ins Bett gehen. Die Reise war unvergleichlich, sagenhaft, hätte nicht besser sein können, aber schon auch ein wenig anstrengend, kein Erholungsurlaub. Um es mit Marias Worten zu sagen, schlafen kann ich zuhause. Das stimmt, oder spätestens um 22 Uhr. Gute Nacht.

 

 

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